Das EBF vertritt die Bioobst Branche

Das Europäische Bioobst-Forum ist eine Or­gani­sation für Bioobst-Erzeuger­gruppen aus ganz Europa. Die Bioobst-Erzeuger­gruppen haben einen regel­mäßigen Informations- und Erfahrungs­austausch unter­einander und erfassen Daten zur Erzeugung und zum Bio­obstmarkt. Das Euro­päische Bioobst-Forum koordi­niert diesen Informations­austausch.

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Beim EBF-Sommertreffen 2021 in Latsch, Südtirol: Das EBF-Präsidium (v.l.n.r) - Peter Rolker (Vizepräsident) , Fritz Prem (Präsident) und Leonhard Wellenzohn (Vizepräsident), sowie Patrik Gamper, Obmann des Vereins Bio Vinschgau
Beim EBF-Sommertreffen 2021 in Latsch, Südtirol: Das EBF-Präsidium (v.l.n.r) - Peter Rolker (Vizepräsident) , Fritz Prem (Präsident) und Leonhard Wellenzohn (Vizepräsident), sowie Patrik Gamper, Obmann des Vereins Bio Vinschgau

Europäische Bioapfelernte 2021 trotz Flächensteigerung nur unwesentlich größer als 2020

Auf der Generalversammlung des europäischen Bioobstforums am 22. Juni 2021 in Latsch, am Firmensitz der VIP im Südtiroler Vinschgau stellte Helwig Schwartau von der AMI die Ergebnisse der Ernteschätzung der Bioapfelernte 2021 vor.
Die Anteile der Bioapfelflächen an der Gesamtfläche liegen in den Hauptanbauregionen aktuell zwischen 15 und 25 %. Die Erntemengen schwanken trotz Flächensteigerungen in Frankreich und Italien auf Grund von witterungsbedingten Einflüssen wesentlich stärker als im konventionellen Anbau. Das Gesamtangebot an Bioäpfeln der Erzeugergemeinschaften des EBF aus der Ernte 2021 wird  trotz Flächenzuwächsen geringfügig unter der Ernte 2020 liegen.
Die Menge an Biotafeläpfeln liegt in den deutschen Anbauregionen weitgehend auf dem Niveau der letzten 2 Jahre, in Italien und Österreich werden dagegen leichte Mengensteigerungen erwartet. Die Schätzungen der Bioapfelbauern in Österreich nach witterungsbedingten schwachen Ernten in 2019 und 2020 nähern sich in 2021 wieder normalen Ernteverhältnissen. In Italien und besonders in Südtirol und den norditalienischen Anbaugebieten Piemont, Trentino und Verona sind die Bioapfelflächen lt. Eurostat seit 2015 um mehr als 90 % gewachsen.
Beeinflusst durch das Flächenwachstum in Italien folgen auch stärkere Verschiebungen im gesamten europäischen Bioapfelsortiment. Die Menge an Gala und Golden Delicious steigt wegen der höheren Ernteerwartungen in Südtirol erneut und macht aktuell fast 40 % des Gesamtangebotes aus. Auf Grund der Blütenfröste im April bleiben die Schätzergebnisse im Trentino und Piemont allerdings um ca. 25 % hinter der Erntemenge von 2020 zurück. Die Südtiroler Erntemengen bei Biotafeläpfeln steigen dagegen 2021 erneut um 12 %. Die Erntemengen an Topaz, Santana und Natyra steigen in den nördlichen Anbauregionen und Österreich zweistellig. Nach der aktuellen Ernteschätzung wird sich das Gesamtangebot aus dem Melderkreis des europäischen Bioobstforums somit nur geringfügig von dem letztjährigen Erntevolumen unterscheiden.
Die Zunahme der Bioapfelmengen aus der Umstellung wird mit den geringen noch in 2022 zu erwartenden Flächenzugängen von ca. 3 % zunächst in allen Regionen erstmal beendet sein. Eine ganzjährige Deckung der Verbrauchernachfrage in den Hauptproduktions- und Verbraucherländern ist bereits mit dem aktuellen Angebot erreicht. Für zusätzliche Angebotsmengen muss die Verbrauchernachfrage deutlich gesteigert werden. Wenn das politische Ziel der EU-Kommission von 25 % Bioanteil bei Äpfeln europaweit erreicht werden soll, sind starke Verkaufsfördermaßnahmen erforderlich, um den Konsum und die Verbrauchernachfrage nach Bioäpfeln und Bioapfelprodukten kräftig zu steigern.

Jork, den 02.07.2021       Peter Rolker