Das EBF vertritt die Bioobst Branche

Das Europäische Bioobst-Forum ist eine Or­gani­sation für Bioobst-Erzeuger­gruppen aus ganz Europa.Die Bioobst-Erzeuger­gruppen haben einen regel­mäßigen Informations- und Erfahrungs­austausch unter­einander und erfassen Daten zur Erzeugung und zum Bio­obstmarkt. Das Euro­päische Bioobst-Forum koordi­niert diesen Informations­austausch.

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Ernteprognose des Europäischen Bioobstforums 2020

Die Generalversammlung des Europäischen Bioobstforums war für Ende Juni 2020 im Vinschgau in Südtirol geplant.Wegen der unklaren Corona-Situation hat der Vorstand im Mai 2020 entschieden, das Treffen durch eine von der AMI organisierte Videokonferenz zu ersetzen.

Die Delegierten der Bio-Erzeugergemeinschaften aus 18 europäischen Obstbauregionen, sowie Vertreter der außerordentlichen Mitglieder trafen sich somit am 24. Juni 2020 zu einer Videokonferenz. Im Mittelpunkt stand wie jedes Jahr die Prognose der europäischen Bioapfelernte sowie die notwendigen satzungsgemäßen Regularien des Vereins.

Nach einem kurzen Rückblick über den Marktverlauf in der Saison 2019/2020 durch die Vertreter der Mitgliedsorganisationen präsentierte Helwig Schwartau von der AMI die Einschätzungen der Bioapfelernte 2020 auf Basis der Meldungen der Erzeugergemeinschaften aus den Obstbauregionen.

Es wurde dabei deutlich, dass die zum Teil extreme Frühjahrswitterung mit zahlreichen Frösten während der Blütezeit für ein sehr uneinheitliches Bild gesorgt hat.

Nordfrankreich und Belgien erwarten einen Rückgang der Bioapfelerntemengen 2020 gegenüber 2019 von durchschnittlich 15 %; dagegen wird aber ein deutlicher Zuwachs von 40 % bei der Birnenernte in Belgien erwartet.

Die Niederlande und der Norden, Westen und Osten Deutschlands erwarten eine deutlich größere Ernte als 2019. Dies liegt zum Teil an der alternanz-bedingten schwachen Vorjahres- Ernte 2019, als auch an zusätzlichen Flächen, die aus der Umstellung kommen. Die Bodenseeregion dagegen wird nach der Schätzung das Niveau von 2019 nicht ganz erreichen und ca 10 % unter der Erntemenge von 2018 liegen.

Die Frühjahrsfröste haben in Österreich bei Biotafeläpfeln zu einem Defizit von 27 % gegenüber 2019 geführt, bei Birnen wird hier jedoch ein Plus von 70 % gegenüber 2019 erwartet.

Ein deutliches Plus gegenüber 2019 hat Italien zu verzeichnen. Während Südtirol durch neuumgestellte Flächen trotz Frösten einen Mengenzuwachs von 20 % verzeichnet, führen neu umgestellte Flächen im Trentino und Piemont zu einem über 30 % steigenden Angebot aus Italien gegenüber 2019. Die Sorten Gala und Golden erreichen damit einen Anteil von mehr als einem Drittel des europäischen Bioapfelsortimentes.

Die Ernteprognose 2020 des Europäischen Bioobstforum führt insbesondere durch die neu dazu gekommenen Bioapfelanlagen zu einer moderaten Steigerung des Angebotes um 16 % gegenüber der Ernte 2019. Diese Mengensteigerung entspricht der momentanen Marktentwicklung und dem Wachstum der Nachfrage nach Bioäpfeln. Nach aktueller Einschätzung wird die Ernte gegenüber 2019 um etwa 10 Tage früher beginnen, und somit bereits ab Mitte August eine deutlich zunehmende Marktabdeckung erreichen können. Seit Anfang 2019 ist die Nachfrage nach Bioäpfeln stark gestiegen und hat bei vielen Anbietern zu einem ungewohnt frühzeitigen Ausverkauf geführt.

Die aktualisierte Flächenerfassung des EBF weist für 2020 eine Fläche von über 7000 ha Tafelapfelflächen in über 900 Bioobstbaubetrieben der EBF-Mitglieder aus. Durch die bereits laufenden Umstellungen steigt die Fläche im Jahr 2020 auf ca 7500 ha.

Nach der Vorstellung der Ernteprognosen wurde der bisherige Vorstand des EBF satzungsgemäß nach Sonderverordnung unter dem Tagesordnungspunkt 6 den Delegierten vorgeschlagen und einstimmig im Amt bestätigt.